Vergesset nicht
Freunde
wir reisen gemeinsam
besteigen Berge
pflücken Himbeeren
lassen uns tragen
von den vier Winden
Vergesset nicht
es ist unsre
gemeinsame Welt
die ungeteilte
ach die geteilte
die uns aufblühen läßt
die uns vernichtet
diese zerrissene
ungeteilte Erde
auf der wir
gemeinsam reisen
Rose Ausländer
Ich sitze vor meinem Laptop und mir fehlen die Worte. Ich weiß gar nicht, wie ich all das was mir die letzten drei Tage passiert ist in passende Worte fassen kann, damit es auch verstanden wird und der Leser vielleicht ansatzweise verstehe kann wie es mir ergangen ist.
Ich habe schon viele Länder bereist, viele knifflige Situationen erlebt und würde mich als einen einigermaßen erfahrenden Reisenden beschreiben, aber das was gestern und vorgestern passiert ist, übertrifft alles was ich bisher erlebt habe. Ich war mir zwischendurch unsicher, ob ich jemals offen darüber erzählen, geschweige denn einen Blogeintrag im Internet über die Ereignisse veröffentlichen kann. Zeitweise wollte ich nur noch meine Reise abbrechen und zurück in den Iran.
Die Ereignisse sind verworren, vieles durchschaue ich auch jetzt noch nicht. Eines ist aber klar. Hätte ich nicht die Macht meines Geburtslandes gehabt, wäre ich nicht als Deutscher in Pakistan gewesen sähe die Situation jetzt wahrscheinlich anders aus, vor allem für Nadir. Aber jetzt von Anfang an:
Nach 18 Stunden Zugfahrt erreiche ich um 4 Uhr morgens
Multan, eine Stadt, die auf halber Strecke zwischen Quetta und Lahore liegt.
Über Couchsurfing habe ich schon vorher mir einen Schlafplatz organisiert und
Nadir, mein Host, hat mir versprochen mich vom Bahnhof abzuholen. Da mir die
Polizei in Quetta versichert hat, dass ich mich in Multan frei bewegen kann
ohne jeglichen Polizeischutz bin ich umso überraschter von 5 Polizisten direkt
an der Zugtüre in Empfang genommen zu werden. Nadir beruhigt mich jedoch gleich
und meint, dass die Truppe uns nur zu ihm nach Hause fährt um sicherzugehen,
dass ich auch gut ankomme. Vor seinem Haus angekommen, entscheiden sich die
Männer jedoch spontan um und nehmen uns mit auf die Wache. Dort angekommen
erfahre ich, dass mir nicht erlaubt wird bei Einheimischen zu übernachten, aus
Sicherheitsgründen. Ich kann dieses Wort nicht mehr hören und bin stocksauer.
Ich versuche die deutsche Botschaft zu erreichen, komme jedoch nicht durch und
so warten wir drei Stunden bis der Leiter der Wache erscheint. Kurz bevor er
kommt wird uns jedoch klargemacht, dass es eigentlich keine andere Möglichkeit
gibt, als dass ich in ein Hotel gehe oder gleich nach Lahore weiterfahre. Wäre
es nach mir gegangen, hätte ich die Stadt im selben Atemzug wieder verlassen,
doch da Nadir schon ein Programm für zwei Tage für mich ausgearbeitet hat,
inclusive Angeln, Jagen, Bootfahren, Sightseeing und Besuch seines Dorfes,
lasse ich mich aus der Not heraus darauf ein für eine Nacht in das günstigste
Hotel der Stadt zu gehen. Die Polizei verspricht, überall hinzufahren, ganz
nach unseren Wünschen. Bei der Wahl des Hotels sind wir jedoch nicht frei und
so müssen wir ein Zimmer für 30 € die Nacht in einem drei Sterne Hotel buchen.
Eigentlich möchte Nadir zahlen, doch zu unserem Glück, wie sich später
herausstellt, akzeptiert das Hotel keine Kreditkarten und so zahle ich bar.
Kurze Zeit später wollen wir aufbrechen (auf Schlaf habe ich diese Nacht fast
komplett verzichtet) und ein Polizeiauto mit fünf Mann Besatzung steht vor dem
Hotel. Gerade will ich einsteigen, da heißt es, dass ich aus Sicherheitsgründen
nicht auf dem Auto mitfahren darf, sondern wir in einem Mietauto
hinterherfahren sollen. Ich traue meinen Ohren kaum. Über 600km bin ich durch
Belutschistan, ganz alleine auf der Ladefläche von Pickups mitgefahren, durch
ein Gebiet welches regelmäßig von Attentaten heimgesucht wird und sobald ich in
der ersten Stadt außerhalb Belutschistans bin, in der es seit Jahrzenten keinen
Anschlag mehr gab, ist es zu gefährlich zwischen fünf, mit Maschinenpistolen
bewaffneten Polizisten zu sitzen? Ich könnte einfach nur noch kotzen. Was soll
das? Das ist doch nichts Anderes als bloße Schikane. Doch ich bin zu müde um
mich richtig aufzuregen, außerdem weiß ich, dass es nichts bringen würde. Ich
habe einfach keine Lust mehr gegen Mauern anzurennen die nur erbaut wurden um
Macht zu demonstrieren. Nadir lässt jedoch nicht locker und nach einer halben
Stunde gelingt es ihm den Fahrzeugführer zu überreden, uns zumindest den Hinweg
zu seiner Universität, die wir uns anschauen wollen, mitzunehmen. Dort
angekommen, erfahren wir jedoch, dass es dort eine Schlägerei zwischen zwei
Studentengruppen gibt und wir das Gebäude nicht betreten dürfen. Enttäuscht
steigen wir in das Polizeiauto, dass uns direkt zum Hotel zurückbringt, ohne
sich auf einen alternativen Plan einzulassen. Etwas ratlos sitzen wir im
Hotelzimmer. Da ich keine Erlaubnis habe das Hotel zu verlassen, geht Nadir
kurz nach Hause um ein paar Snacks und Getränke zu besorgen. Schon 10 Minuten
später erscheint er jedoch völlig verstört und bleich wieder im Zimmer. Ein
Mann der Polizei hat ihn angerufen und befohlen sofort ins Hotel
zurückzukehren. Keiner von uns beiden hätte ab jetzt die Erlaubnis irgendwohin
zu gehen. Bald würden Männer kommen zu einem Verhör.
Ich verstehe die Welt nichtmehr, bin aber weniger besorgt um mich als um meinen
Host.
Nadir stammt aus einer sehr armen Familie vom Land. Seine Brüder sind einfache
Leute, seine Eltern Analphabeten. Mit zehn Jahren hat er sich entschieden, dass
seine Zukunft nicht in Pakistan liegt und Bildung als den Schlüssel ins Ausland
erkannt. In zwei Monaten steht sein Abschluss als Computer Engineer an der
größten Privatuniversität des Landes an. Die extrem hohen Kosten der Uni stemmt
er als Freelancer. Seine Kunden sitzen überall auf der Welt.
Gerade eben am Telefon wurde ihm jedoch deutlich gemacht, dass, falls er nicht
kooperiere, den Abschluss auch vergessen könne. Ich habe das Gefühl im falschen
Film zu sein, doch der wirklichen Schock kommt erst noch.
Zwei Stunden später erscheinen drei Männer in Alltagskleidung. Erst sitzen wir
in einem extra Raum im Hotel, dann in unserem Hotelzimmer. Die Tür wird
abgeschlossen, die Vorhänge zugezogen. Misstrauisch spät einer der drei durch
einen Spalt zwischen den Vorhängen. Mir läuft es eiskalt den Rücken hinunter.
Was passiert hier? Wer weiß eigentlich bescheid, dass ich hier bin? Niemand!
Einer der Männer setzt sich Nadir gegenüber, meine Bitte auf Englisch zu reden wird ignoriert. Die folgenden 1 ½ Stunden wird Nadir massiv unter Druck gesetzt, Teile übersetzt er mir später aber auch so kann ich sehe, dass diese Art des Verhörs jeglichen Respekt und jegliche Achtung vermissen lässt. Immer wieder werden Nadir die gleichen Fragen gestellt: „Woher kennst du Ihn?“ „Hast du ihn bezahlt, dass er dich besucht?“ „Do you like „he“ or „she“? „Habt ihr euch das Hotelzimmer gemietet um Sex zu haben?“ „Wer von euch hat gezahlt?“ „Wir wissen alles über dich, du brauchst es nur zuzugeben!“ „Du bist ein Lügner.“ Ich fühle mich erinnert an eine Szene aus dem Film „Das Leben der Anderen“ Alles passt. Die tonlose Stimme, die Wiederholung immer derselben Fragen, der massive Druck durch die Infragestellung der eigenen Zukunft.
Schließlich geht der Mann mit der Betonung, dass das sicher
nicht das letzte Verhör gewesen sei und sich Nadir nach meiner Abreise auf
weiteres einstellen solle. Mir wurde während dem ganzen Verhör kaum eine Frage
gestellt, der Mann konnte nicht einmal richtig Englisch. Wir alle drei wussten,
dass er mir auf Grund meiner Nationalität nichts anhaben kann und so sind meine
Antworten unfreundlich und knapp.
Nachdem der Mann gegangen ist, sitzt Nadir wie betäubt im Hotelzimmer. Alles
steht für ihn gerade auf dem Spiel, seine ganze Zukunft, alles wofür er die
letzten 10 Jahre gearbeitet hat. Inständig bittet er mich, sollte irgendetwas
ihm zustoßen, die deutsche Botschaft über alles zu informieren. Deutlich wurde
ihm gesagt, dass „sie ihn jederzeit holen können“. Auch bittet er mich, den
nächsten Monat täglich mit ihm in Kontakt zu bleiben. Zur Sicherheit
fotografiere ich seinen Pass, nehme unser Gespräch auf und schicke es zu einem
Freund nach Deutschland mit der Bitte, dass dieser alles sicher speichert. Nur
für alle Fälle.
Ich fühle mich machtlos, ohnmächtig und schuldig. Schuldig Nadir in diese
Situation gebracht zu haben. Ich verspreche alles in meiner Macht Stehende zu
tun, alle meine Möglichkeiten als deutscher Staatsbürger zu nutzen um ihn zu
schützen und beizustehen falls ihm etwas zustößt.
Wir versuchen uns abzulenken, den morgigen Tag zu planen, doch es gelingt nur
bedingt. Immer wieder kommen wir zurück und ich spüre was für eine tiefe Angst
in Nadir gesetzt wurde.
Gemeinsam essen wir zu Abend und um 1 Uhr morgens geht Nadir nach Hause um dort
zu schlafen, zur Sicherheit, um keinen Ansatzpunk für neue Anschuldigungen zu
geben.
Ich versuche meine Kontakte in Pakistan zu mobilisieren und bekomme die
Empfehlung von einem Freund aus Quetta einen sehr erfahrenen Couchsurfer aus
Lahore anzuschreiben. Folgende Nachricht schicke ich gegen halb zwei Uhr
morgens ab:
Dear Hossain,
I got your contact from Abdul Ghani from Quetta. I am a German hitchhiker and I came all the way from Germany by lift.
During the last days I had to face some problems with the police. Today I arrived in Multan and was immediately caught by the police. Even though I had a host they forced me to take an expensive hotel. As you are very experienced in CS* did you ever heard about something like this?
Moreover, they suspected me and my host to be gay and we had to spend 2 hours on an interview. They put hard pressure on my host and I am very inquired about him, because they asked him for another interview after my departure.
At the moment I feel like I just want to leave this country, however I cannot because I need some visa from Islamabad. Tomorrow I am coming to Lahore. Could I maybe talk to you or your wife (she’s German?) about my experience? Could I maybe stay one night at your house tomorrow? (not as mentioned above 18.-19.) however I don’t want to cause any problems to you too.
I really don’t know if I can do CS* anymore in Pakistan.
You may contact me on WhatsApp +49***
I really feel not save anymore after that, even though I got a lot of travel experience.
Hope to meet you!
Caspar
Ps. I am taking the bus from Multan tomorrow afternoon.
*(Couchsurfing
Am nächsten Morgen ruft mich Hossain an und seine ersten
Worte sind “Relax, I’ll manage it, just relax”. Für kurze Zeit mit dem Gefühl
wieder etwas Kontrolle zurückgewonnen zu haben, öffne ich die Tür für Nadir. An
seinem müden Blick merke ich sofort, dass etwas nicht stimmt. Vorsichtig
beginnt er zu erzählen, dass er gestern Nacht auf dem nach Hause weg von
mehreren Männern aufgegriffen und in einem Auto aus der Stadt gebracht wurde,
irgendwo mitten in die Wüste. Dort wurde er eine Stunde verhört, dann eine
Stunde sich selbst überlassen um anschließend noch einmal eine Stunde verhört
zu werden. Schließlich wurde er wieder daheim abgesetzt mit dem eindeutigen
Hinweis, nie jemanden von dem Ereignis zu erzählen. Ich bin geschockt,
entsetzt, weiß nicht was ich sagen soll. Das Einzige was ich weiß ist, dass je
weniger Menschen davon wissen, desto mehr Macht haben diese Männer über ihn.
Inständig bitte ich ihn, alles was weiter passiert mir zu erzählen, zu
dokumentieren und nichts zu verschweigen. Wir vereinbaren Codes für WhatsApp:
Wenn ich frage wie es ihm geht und die Antwort „okay, okay“ oder „I am god“
(mit Schreibfehler) ist, stimmt irgendwas nicht.
Für heute haben wir die Erlaubnis mit der Polizei drei Orte in der Stadt anzuschauen.
Also bitte ich um eine Eskorte in 10 Minuten vor dem Hotel und frage auch
gleich, ob wir dieses Mal auf dem Polizeiauto mitfahren dürfen. Beides wird mir
zugesichert. Eine halbe Stunde später ist immer noch keine Eskorte da und ich
rufe erneut an. „Please wait 15 more minutes“ heißt es nur. Irgendwann werden
unsere Anrufe einfach ignoriert und letztendlich lässt man uns 1 ½ Stunden
warten. Deutlich spüren wir, wer hier die Macht hat und am längeren Hebel sitzt.
Als das Auto da ist, dürfen wir plötzlich doch nicht mitfahren und müssen ein
Taxi nehmen, fast hatte ich es schon erwartet. In den folgenden drei Stunden
werden wir fast auf Schritt und Tritt von einem Polizisten begleitet, mehrmals
fragt er Nadir nach Geld.
Schließlich heißt es, genug für heute und ich werde zum Busbahnhof gebracht.
Mit großer Besorgnis verabschiede ich mich von Nadir, der mich noch einmal
inständig bittet, Kontakt mit ihm zu halten und im Falle, dass ihm irgendetwas
zustößt, die deutsche Botschaft zu verständigen. Ich verspreche alles in meiner
Macht Stehende zu tun, um ihm beizustehen. Langsam fährt der Bus vom Busbahnhof
und ich spüre wieder diese Ohnmacht in mir. Wie kann es sein, dass ein Staat
der für seine Bürger da sein sollte, diese derart Unterdrückt und Demütigt. Das
was Nadir widerfahren ist wiederspricht jeglichem pakistanischen und
islamischen Gesetzt. Wir wachsen mit der Prämisse auf, dass alle Menschen
gleich sind, doch wie weit wir davon entfernt sind konnte ich die letzten zwei
Tage permanent spüren. Allein die Tatsache, dass ich einen deutschen Pass habe,
hat uns und vor allem Nadir vor noch schlimmeren bewahrt. Doch jetzt bin ich
weg und Nadir hat keinerlei Schutz mehr durch mich. Ich frage mich, ob ich
jemals mehr Menschen als meinem persönlichen Umfeld von den Ereignissen
erzählen kann, da mich Nadir gebeten hat alles für mich zu behalten um ihn
nicht weiter in Schwierigkeiten zu bringen. Doch genau an dieser Stelle wendet
sich das Blatt!
Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag. Auf WhatsApp erreicht
mich wenige Minuten später die Nachricht einer unbekannten Nummer. Der Absender
gibt sich als Freund von Hossain aus und sagt, dass er Kontakte zur Regierung
hat. Ich soll ab jetzt meinen Live- Standort mit ihm teilen. Kurz darauf ruft
mich Nadir an und berichtet vom Anruf eines unbekannten Mannes, der ihm
versichert hat, dass ab jetzt keine Probleme mehr auf ihn zukommen. Als ich in
Lahore ankomme empfängt mich kein einziger Polizist, stattdessen ein
geschäftiger Mann im Jackett. Bei der anschließenden Fahrt im Auto erzähle ich
die ganzen Gegebenheiten. Wir halten vor einem großen Tor hinter dem sich ein
prachtvolles weißes Gebäude aus Kolonialzeiten erhebt. Wir sind beim
Regierungsgebäude von Lahore angekommen, dem Sitz der Regierung von Punjab. Dort
findet gerade ein großes Event statt, doch am Rade treffe ich mich mit mehreren
Politikern vom Distrikt Punjab. Auch ihnen erzähle ich alles, viele wissen
schon über die Grundzüge Bescheid, da Hossain meine Nachricht von Couchsurfing zahlreichen
Politikern weitergeleitet hat. „It may has reached our premier minister as well
“ fügt er mit einem Lachen hinzu. Die Vertreterin des Regierungschefs
versichert mir, dass sie sich kümmert. Jeder einzelne Entschuldigt sich an
diesem Abend für die Vorkommnisse und dass ich auf diese Art und Weise Pakistan
kennengelernt habe.
Später erfahre ich, dass Multan die vermutlich schlimmste und korrupteste
Polizei von ganz Pakistan hat. Die Politik arbeitet massiv daran, das Image des
Landes zu verbessern und investiert stark in den Tourismus. Vergessen hat man
aber die Sicherheitskräfte miteinzubeziehen, die teilweise noch Praktiken aus
der Militärdiktatur verwenden und die immer noch stark von den Jahren der
Korruption geprägt sind.
Mittlerweile bin ich gut in Lahore angekommen, doch auch jetzt noch kommt in
mir wieder dieses Gefühl der Machtlosigkeit hoch, wenn ich mir die
Sprachnachrichten der letzten Tage anhöre, die ich Freunden aus Multan
geschickt habe. Nicht zuletzt durch Glück und die richtigen Kontakte zur richtigen
Zeit konnte Schlimmeres verhindert werden. Dabei ging es nie direkt um mich.
Ich bin durch meinen bordeauxroten Pass weitestgehend sicher vor Übergriffen.
Es ging mir vor allem um Nadir, der den Polizisten schutzlos ausgeliefert war und
der eigentlich nur einem Fremden für zwei Tage die eigene Kultur und Schönheit
des Landes zeigen wollte.
So vieles ist für uns selbstverständlich geworden. Freie und offene
Meinungsäußerung, die Möglichkeit sich frei und ohne Einschränkung in ganz
Europa bewegen zu können und eine funktionierende Polizei die sich an Recht und
Gesetz hält.
Einmal zu erleben wie es sich anfühlt, wenn all das genommen wird, ist eine
Erfahrung die ich niemandem wünsche, die mir aber den unschätzbaren Wert von
Gleichheit, Gerechtigkeit und nicht zuletzt Freiheit in aller Deutlichkeit
gezeigt hat.
Ps. Von einem Anwalt, der auch auf Couchsurfing aktiv ist habe ich eine Nachricht bekommen, dass er eine Klage vorbereiten möchte und dafür gerne meine Aussage möchte. Außerdem wurde ich noch einmal in den Regierungssitz eingeladen. Einen Bericht für die deutsche Botschaft bin ich am Vorbereiten und des Weiteren wurde ich gebeten, einige persönliche Sätze einem Bericht für den Premierminister hinzuzufügen.





Lieber Moritz
So viele Emotionen und Gedanken entstehen beim Lesen deines Berichts und ich habe das starke Bedürfnis, dir das irgendwie mitzuteilen.
Allerdings fehlen mir absolut die Worte, um auszudrücken was ich beim reinen Lesen deines Berichtes empfinde. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Tage für dich gewesen sein müssen und bin sehr froh und erleichtert, dass doch noch alles glimpflich für euch ausgegangen ist. Auch wenn ihr die Ereignisse der Tage vermutlich noch lange behalten werdet. Aber vielleicht hat euer Erlebnis ja einen positiven Einfluss auf die Situation in Multan, wenn sich die Regierung der Sache jetzt wirklich annimmt. Ich hoffe es.
Pass auf dich auf.
Liebe Grüße
Annkathrin
Ja, zur rechten Zeit kam dann Untestützung.
Ich glaube schon, dass die Geschichte viel bewegt. Jedenfalls treffe ich mich heute mit einem Anwalt und hatte gestern zumindest ein kurzes Gespräch mit dem Gouverneur von Punjab (Kopf der Exekutive von 130 Mio Pakistani).
Ich hoffe es zumindest für alle die nach mir kommen…
Seit der Ankunft in Lahore kann ich jedenfalls sagen, dass es ein wunderschönes Land ist! 🙂
Lieber Moritz, ich lese mit Interesse Deine spannenden Berichte, hier frage ich mich allerdings – bist Du sicher, dass Du die Berichte über Eure Erlebnisse mit der Polizei auf dieser öffentlich zugänglichen Seite belassen willst? Dein Freund wird ja dort bleiben, wenn Du wieder gegangen bist…
Komm gut wieder, herzliche Grüsse aus dem Schwabenland, Sabine
Liebe Sabine,
ja darüber habe ich auch nachgedacht. Allerdings ist die Sache jetzt so offiziell, dass auch mein Host dadurch gut geschützt ist. Wir beide haben jetzt gute Kontakte zu einigen einflussreichen Leuten von Punjab.Vorgestern habe ich mich sogar kurz mit dem Gouverneur von Punjab getroffen. Gerade bin ich bei einem Steueranwalt untergekommen der das Ganze zu Anklage bringen will. Außerdem wurde der Tourismusminister von Pakistan über diesen und andere Vorfälle informiert, mit einem Link zu meinem Blog (deshalb die englische Version)
Also ich glaube die Sache ist sowieso jetzt schon so bekannt, dass mein Eintrag nicht wirklich den Unterschied macht.
Du warst aber nicht die Einzige, die diese Bedenken geäußert hat.
Liebe Grüße zurück ins Schabenland,
Moritz
Ps. Bin schon gespannt deinen Blog zu durchstöbern, nachdem ich schon in zwei Tagen dein Buch durchgelesen habe 🙂