Wie kann ich dieses Gefühl beschreiben, diese Stimmung in Worte fassen wie es sich Anfühlt ganz im Fluss des Reisens zu sein. Ich will die Leser mitnehmen und Anteil haben lassen an dem Erlebten und doch fehlen mir häufig die Worte.
Ganz im Süden Georgiens, nah an der türkischen Grenze, dort wo der kleinste aller Grenzübergänge zu finden ist gehen die Uhren langsamer. So scheint es mir jedenfalls, als ich die alte Teerstraße entlang laufe die sich über die weiten grünen Hügel schlängelt und dort hinten über der Kuppe ins nächste weite Tal abtaucht. Sonnen- und Wolkenflecken spielen über den weiten und ausgedehnten Feldern als mir ein kühler Wind die Haare zerzaust. Eine leichte Melancholie des letzten Abschieds liegt noch immer in mir, aber dennoch ist mein Rucksack leicht und meine Füße laufen schnell über den warmen Asphalt.
Immer wieder komme ich an großen Feldern vorbei übersät mit unzähligen Heuhaufen, sorgfältig aufgeschichtet und bereit von einem der vielen Pferdekarren abgeholt zu werden bevor es der nächste Regen wieder durchnässt. Die Menschen leben einfach hier, vieles wird noch von Hand oder mit Pferden erledigt. Geheizt wird mit Kuhdung der zu großen Haufen vor den kleinen geduckten Häusern mit Grasdach aufgeschichtet ist. Eine alte Bäuerin mit faltigem Gesicht und buntem Kopftuch kommt mir entgegen. Über der Schulter trägt sie eine Heugabel. Als ich sie in gebrochenem Russisch frage ob ich ein Foto machen darf, hebt sie ablehnend die Hand schenkt mir dabei jedoch ein strahlendes, zahnloses Lächeln um im gleichen Moment etwas zu einer anderen Frau in einem Garten herüber zu rufen, wobei beide in schallendes Gelächter ausbrechen. Ich lache mit, berührt von der Kraft die die dieses Lachen ausstrahlt, auch wenn ich nicht weiß was die beiden an meiner Frage so ermuntert hat.
Von weitem höre ich
das tiefe wummern eines Lastwagens und noch bevor ich ihn sehe weiß ich, dass
es sich um einen alten sowjetischen LKW handelt, der hier vermutlich schon seit
Jahrzehnten im Einsatz ist. Als mich der schnaufende Koloss schließlich
erreicht hat und der Fahrer meinen ausgestreckten Daumen gesehen hat, schüttelt
er nur lachend den Kopf, hupt einmal kurz und deutet auf das nächste kleine
Dorf vor mir.
Die Häuser dort sind etwas verstreut, jedes hat genug Platz für einen Stall und
einen Gemüsegarten. Außerdem für allerlei alte, rostige Autos oder landwirtschaftliche
Geräte die nicht mehr gebraucht werden. Die Wege zwischen den Häusern sind
erdig und im Regen bestimmt völlig matschig und unpassierbar. Alles wirkt für
das deutsche Auge vielleicht etwas unordentlich aber dennoch ist es genau das
was ich suche. Nichts wurde hergerichtet, nichts wurde verschönert für
Touristen, die ohnehin hier nicht hinkommen, alles ist wie es ist. Es ist das
ganz normale Leben, einfacher Leuten die ihrem Alltag nachgehen und genau das
will ich sehen. Das Lachen der Bäuerin war echt und auch die Verkäuferin in dem
kleinen Laden, die erst ihren Sohn schicken muss um Wechselgeld zu holen versucht
sich ehrlich aber dennoch vergeblich im Englischen. So sehr ich die Natur und
die Berge Georgiens genossen habe, merke ich doch, dass mein Herz für diese
Momente schlägt. Diese Momente in denen man lachend voreinander steht, weil
beide nicht mehr weiterwissen und man am Ende doch immer eine Lösung findet wie
sich zu verständigen.
Wie ich so die Straße hinunter laufe merke ich, wie ich tief durchatme. Ich bin ganz im hier und jetzt, ganz im Moment. Wo ich heute Morgen aufgestanden bin spielt keine Rolle mehr und wo ich heute übernachten werde und wem ich begegnen werde steht in den Sternen. Alles was wichtig ist, ist der Augenblick und ihn mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Ruine einer Festung, die Mosche wird als Stall genutzt, Georgien 
Alter sowjetischer Lastwagen 
Sonnenflecken über einem See 

Kapitell in einer Ruinenstadt, Türkei 
Hinter dem Fluss liegt Armenien, ich übernachte in der Ruine der Kirche 
Zwischen den Trümmern einer tausend Jahre alten Kirche 
Ich dachte es wäre eine Abkürzung… Fast zwei Stunden kommt kein Auto.





Verzeiht die Rechtschreibfehler und die wenigen Fotos. Es ist 2 Uhr Nachts, ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal Internet habe und ich bin hundemüde.
Aber lieber das hier als gar nichts…
Liebe Grüße aus Südost Anatolien, ab Morgen dann Irak!
Liebe Caspar,
En kurze begegnung in Datça ( Türkei) mit dir wahr ein Freude für mich , du bist ein klasse Persönlichkeit, das flüstert mir mein Leben und Beruf Erfahrung , dein Foto Son sehr tief grundig dir Gesundheit und Erfolg in dein Leben aber auch viel Glück???